Dieses Modul ist auch für jüngere Schülerinnen und Schüler (Klasse 5 – 8) gedacht. Das
Mobiltelefon ist für die Altersgruppe der 10 – 15-jährigen Jugendlichen ein wichtiges Kommunikationsmedium.
Außerdem wird das Handy vielfach als Schuldenfalle bezeichnet und markiert oft den Einstieg in eine
Schuldenkarriere. Vielfach geschieht dies nicht durch den Besitz eines Handys sondern durch die zahlreichen
Zusatzangebote, die damit verbunden sind.
Nach Angaben der aktuellen JIM-Studie 2009 zählt seit einigen Jahren das Handy zur Grundausstattung von Kindern und Jugendlichen. Demnach haben inzwischen 95 Prozent der Jugendlichen ein eigenes Mobiltelefon, wobei Mädchen mit 97 Prozent etwas besser ausgestattet sind als Jungen (93 %). Bereits die 12- und 13-Jährigen verfügen zu 88 Prozent über ein Handy, bei den volljährigen Jugendlichen herrscht mit 99 inzwischen Prozent Vollversorgung (14-15 Jahre: 96 %, 16-17 Jahre: 97 %).
Multifunktionale Handys sind inzwischen ein integraler Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden, den sie mehrheitlich für unverzichtbar halten. Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten moderner Handys korrespondieren mit zahlreichen psychologischen Motiven (z. B. Wünsche nach Autonomie, Zugehörigkeit, Sicherheit, Spontaneität, Kreativität und Kommunikation), die im Prozess des Erwachsenwerdens eine zentrale Rolle spielen.
Auch aus dem beruflichen und privaten Leben vieler Erwachsener sind multifunktionale Handys als unverzichtbare Organisationsmittel nicht mehr wegzudenken. Moderne Handys erfüllen zunehmend Funktionen wie PCs, können immer und überall ins Internet, Fernsehen empfangen usw. Kurz: Handys gehören zur Lebensweise unserer Gesellschaft. Um so wichtiger ist es, den selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und kompetenten Umgang mit Handys auch im Unterricht zu thematisieren und nicht etwa nur die Gefahren der Handynutzung in den Mittelpunkt zu stellen.
Auch in diesem Modul soll an die Lebens- und Alltagswelt der Kinder und Jugendlichen angeknüpft werden.
Hier geht es darum, Bewusstsein dafür zu schaffen oder anzubahnen, dass Entscheidungen für oder gegen ein
bestimmtes Konsumgut abhängig sind von unterschiedlichen Faktoren, die nicht immer bewusst gemacht werden.
Nicht die Auseinandersetzung mit der Finanzierbarkeit von Konsumwünschen steht im Mittelpunkt, sondern die
Frage nach den Bewertungskriterien von Gütern und Dienstleistungen in der jeweiligen Situation. Aus diesem
Grund wird im vorliegenden Modul die Methode des Waren- und Dienstleistungstests (Ablauf von Schülertests) eingeführt.
Die hier vorgestellten Themen und Inhalte sind Beispiele, d.h. solche Warentests können auch mit anderen
für die Schüler und Schülerinnen wichtigen und interessanten Konsumgütern oder Dienstleistungen durchgeführt
werden.
Bei den Angaben auf den folgenden Arbeitsblättern handelt es sich um Vorschläge, in der Regel wissen die
Jugendlichen gerade beim Thema Handy wesentlich mehr als die Lehrkräfte, deshalb sollte man die
Produktkenntnisse der Schülerinnen und Schüler hier nutzen. Gerade bei einem Produkt wie dem Handy gibt es
ständig Neuerungen, die heute noch gar nicht vorstellbar sind, auch deshalb ist es wichtig hier die
Expertise der Jugendlichen einzubeziehen. Es geht nicht darum sich genau an die Beispiele zu halten.
Auch hier gilt, die Anpassung an die Zielgruppe zu beachten und ernst zu nehmen.
Mögliche Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Bewertungskriterien für den Kauf eines Handys entwickeln, begründen und gewichten können,
ihre eigenen (unbewussten) Motive oder Kriterien für den Kauf eines Handys bzw. eines Smartphones reflektieren können,
ihre Nutzungsgewohnheiten und die dadurch entstehenden Kosten zusammenstellen und reflektieren,
mögliche Risiken beim Umgang mit dem Handy identifizieren,
erkennen und wiedergeben, wie ein Waren- und Dienstleistungstest aufgebaut ist.
Fragestellungen
Welche Handymodelle und -konditionen sind an der Schule besonders verbreitet?
Welche Begründungen für die Wahl eines bestimmten Handys oder Smartphones kommen häufig vor?
Wozu benötigen die Schülerinnen und Schüler ein Handy, ein Smartphone?
Über welche Funktionen sollte es verfügen?
Welche Modelle sind aus Sicht der Jugendlichen als besonders gut, gut oder schlecht zu bewerten?
Welche Funktionen eines Handys werden von den Schülerinnen und Schülern oft, welche werden gar nicht genutzt?
Welche Bedeutung hat das Handy, das Smartphone für die Kinder und Jugendlichen?
Material:
Bartoschek, K., G. Tornieporth: Waren- und Dienstleistungstests als Unterrichtsmethode. Zur Handlungsorientierung im Lernfeld Arbeitslehre, Baltmannsweiler 1994
Bundesamt für Strahlenschutz (Hg.) (2006): Unterrichtsmaterial Mobilfunk. Handyführerschein für Einsteiger ab Klasse 5, Salzgitter.
Als PDF-Datei verfügbar unter: http://www.bfs.de/de/bfs/druck/Unterricht
Deubelbeiss, Rolf, Peter Holzwarth (2010): Handy im Schulfeld. Ideen für den Unterricht, PH Zürich.
Als PDF-Datei verfügbar unter: http://www.phzh.ch/content-n620-sd.html
Fileccia, M. unter Mitarbeit von Tim Kirchner, Birgit Kimmel, Gabriele Lonz,Stefanie Rack, Gudrun Melzer, Miriam Brehm und Bettina Kopf (2008): Knowhow für junge User. Mehr Sicherheit im Umgang mit dem World Wide Web. Materialien für den Unterricht, hg. von klicksafe.de.
Als Publikation (kostenpflichtig) und Download verfügbar unter: http://www.klicksafe.de
Im Netz der neuen Medien. Internet, Handy und Computerspiele – Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche. Handreichung für Lehrkräfte, Fachkräfte in der außerschulischen Jugendarbeit und Polizei.
Als PDF-Datei verfügbar unter: http://www.polizei-Beratung.de/NeueMedien
Lübke, Volkmar (2010): Unterrichtseinheit: Folgen der Globalisierung der IT-Branche am Beispiel Handy, hg. von Germanwatch, Bonn.
Als PDF-Datei verfügbar unter: www.germanwatch.org/corp/it-unt.htm
Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest (Hrsg.). JIM 2009: Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart, November 2009.
Download unter: http://www.mpfs.de
Thomas-Martin, K.: Damit das
Handy nicht zur Schuldenfalle wird. Informationen, Tipps und Materialien für die kostenbewusste
Handynutzung – nicht nur für Jugendliche, hg. von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg 2002;
abrufbar unter: http://www.verbraucherbildung.de/projekt01/media/pdf/Handy_Schuldenfalle.pdf