Unterrichtshilfe Finanzkompetenz

herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände,
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Symbol SchuldenspiraleModul 8:
Schuldenspirale

Abstiegsszenario Dennis und Jasemin

Es wird an das Fallbeispiel von Dennis und Jasemin aus "Die eigene Wohnung" angeknüpft und ein Abstiegsszenario entwickelt.

Methodentyp:
Fiktive Schuldnergeschichten schreiben
Ziele:
Vertraut machen mit realistischen Problemen der Überschuldung
Inhalte:
Soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines verschuldeten Haushalts
Dauer:
60 Minuten
Material:
Hinweis auf Arbeitsmaterial für Schüler Abstiegsszenario, Wandzeitung, Stifte, Pinn-Nadeln, DIN-A0-Plakate

Anleitung:
Die Schülerinnen und Schüler werden mit dem Abstiegsszenario vertraut gemacht. Hintergrund dieser Fallgeschichte ist eine steigende Verschuldung über mehrere Zeitetappen hinweg. Es muss betont werden, dass diese fiktive Geschichte nahe an der Realität ist, die einzelnen Situationen sind keineswegs aus der Luft gegriffen. Erfahrungen aus der Schuldnerberatung sind hier eingearbeitet.

Die Übung hat zwei Schwerpunkte:

  1. Die Schülerinnen und Schüler lernen einen konstruierten, aber realistischen Fall aus der Praxis kennen, erfahren die Ursachen einer Verschuldungskarriere und werden mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Familiensituation konfrontiert.
  2. Im zweiten Durchgang werden die Jugendlichen aufgefordert, sich ebenfalls eine fiktive Geschichte als Abstiegsszenario auszudenken. Dabei können sie Personen/Akteure frei erfinden und sie mit den Wechselfällen des Alltags konfrontieren.

Zuerst wird das Abstiegsszenario vorgestellt bzw. vorgetragen. Die Erfahrungen der Autoren der Zukunftswerkstatt Schuldenprävention in der Praxis haben gezeigt, dass es für die Jugendlichen spannender ist, den Text durch unterschiedliche Sprecher vorzutragen (jeweils für die soziale und die wirtschaftliche Entwicklung und für die Konsequenzen). Das ist weniger monoton, und, wenn die Sprecher den Text frei vortragen, auch lebendiger.

Anschließend werden Fragen diskutiert, eventuell besteht Klärungsbedarf zu einzelnen Sachverhalten. Für diese Besprechungsphase ist es ratsam, das Hinweis auf Arbeitsmaterial für Schüler Abstiegsszenario kopiert an alle Schülerinnen und Schüler zu verteilen. Nach einer kleinen Pause folgt der zweite Teil der Übung. Jeweils in Kleingruppen zu 3 — 5 Jugendlichen wird weiter gearbeitet.

Arbeitsauftrag:
"Erfindet ein eigenes Abstiegsszenario für eine fiktive Person, ergänzt um weitere notwendige Mitspieler. Geht dabei in verschiedenen Zeitabständen vor und haltet die Veränderungen in der sozialen Entwicklung, der wirtschaftlichen und juristischen Entwicklung jeweils auf einem DIN-A0-Plakat fest. Dazu habt ihr 20 Minuten Zeit."

Im Plenum werden dann alle Szenarien vorgestellt, und die Plakate werden an einer Wandzeitung befestigt.

Anmerkung:
Bei dieser Abstiegskarriere soll den Schülerinnen und Schülern bewusst werden, welche Schicksalsschläge in Kombination mit Unerfahrenheit und falschem Verhalten zu einer Überschuldungssituation führen können. Die von der Schülergruppe konstruierte Fiktion darf durchaus übertriebene Aspekte beinhalten. Im Sinne einer Tragikomödie geht es um die holzschnittartige Herausarbeitung von Charakteren, Eigenschaften und Alltagssituationen. Ganz anders als beim Methodenelement "Wunschlebenslauf", wo es um eigene Lebensentwürfe geht, soll hier die Fiktion sich ganz bewusst auf eine dritte Person beziehen. Beide Methodenelemente – Abstiegsszenario und Wunschlebenslauf – beziehen sich aufeinander bzw. ergänzen sich.

Alternative:
Das Abstiegsszenario zeigt in fünf Entwicklungsstufen den Weg von der Ver- zur Überschuldung. Um dies auch zahlenmäßig zu verdeutlichen, sollen die Schülerinnen und Schüler jeweils für die entsprechende Stufe die Einnahmen, die Ausgaben und die finanzielle Lage der Familie (inkl. Schulden) errechnen, siehe auch Seite 2 des Abstiegsszenarios.

Quelle: Das Abstiegsszenario orientiert sich am Abstiegsszenario "Peter und Claudia" aus der Zukunftswerkstatt Schuldenprävention, Berlin 2000, S. 107