Unterrichtshilfe Finanzkompetenz

herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände,
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Infomaterial für Lehrer
Infomaterial für die Schüler

Symbol SchuldenspiraleModul 8:
Schuldenspirale

Kreditpoly

Methodentyp:
Tischkartenspiel, Simulation
Ziele:
Den Schülern und Schülerinnen soll deutlich werden, welche mittel- und langfristigen Auswirkungen das Abschließen von Ratenkrediten auf die Haushaltskasse hat; Rechnen üben
Inhalte:
Ratenkredite und ihre langfristigen finanziellen Auswirkungen auf die Haushaltskasse
Dauer:
2 Stunden
Material:
Pro Gruppe: 1 Würfel mit 2 gelben und 4 roten Flächen (entsprechend präparieren), 1 Satz „Übungsbögen”(je 8) für jeden Schüler incl. Anleitung (Spielregeln) und „Ratenzahlungstabelle” (je 8), 1 Satz „Schicksalskarten” (blau), 1 Kartensatz „Chance” (gelb), 1 Kartensatz „Ereignis” (rot)

Anleitung:
Bei dem Spiel Kreditpoly bilden 3 – 6 Jugendliche eine Spielgruppe. Die Übung kann in mehreren Gruppen parallel gespielt werden. Das Material muss für jede Gruppe vorbereitet werden.

Jedem Schüler bzw. jeder Schülerin werden durch eine „Schicksalskarte” die für ihn oder sie in der Übung geltenden Beträge für Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe (feste Einnahmen) und monatliche Fixkosten (feste Ausgaben) zugewiesen. Durch Würfeln werden im Übungsverlauf Ereignis- und Chance-Karten gezogen, die entweder einen Gewinn, einen direkten Verlust oder einen neuen Ratenkredit zur Folge haben. Für den Fall, dass als Ausgangslage nicht die Situation der Arbeitslosigkeit, sondern eine Beschäftigung mit (eher geringem) Gehalt gewählt werden soll, müssten die Übungsbögen verändert werden (Runde 4: Gehaltszahlung, Runde 1: Nebenjob mit 250 €). Das gilt auch für die Schicksalskarten.

Die entsprechenden Geldbeträge (Haben = Einnahme oder Soll = Ausgabe) und die durch Ausrechnen erhaltenen aktuellen Kontostände werden von den Schülern auf den Übungsbögen notiert und errechnet, so dass der gesamte Übungsverlauf und die Kontostandentwicklung festgehalten werden. Dieses Verfahren ist aufwendig, hat aber einen wichtigen Lerneffekt: Die finanzielle Entwicklung der Haushaltskasse wird transparent.

Die Übung hat nicht den Anspruch, die Wirklichkeit in allen Einzelheiten „nachzuspielen”, sondern ist bewusst so angelegt, dass es (fast) immer zu einer hohen Verschuldung, zu einer „Pleite auf Raten” kommt (spätestens dann, wenn sich die festen Einnahmen durch den Wechsel von Arbeitslosengeld auf Arbeitslosenhilfe drastisch verringern). Deshalb haben die Schüler und Schülerinnen im Vergleich zu anderen, bekannten Ereigniskarten-Spielen relativ wenig Gestaltungsfreiraum im Spiel.

Die genauen Spielregeln, die benötigten Karten usw. sowie die komplette Anleitung kann auf der Seite
http://www.verbraucherbildung.de/projekt01/d/www.verbraucherbildung.de/unterrichtsmaterialien/finanzkompetenz/index.html als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Dieses Spiel ist für alle Klassen der Sekundarstufe I geeignet.

Ende der Übung:

Die Übung kann an beliebiger Stelle beendet werden. Empfehlenswert ist es, mehrere Würfelrunden zu spielen, da erst dann die eigentliche Spieldynamik greift. Die Schüler und Schülerinnen vergleichen ihre Kontostände untereinander und ziehen Bilanz:

  • Wie war der Verlauf der Kontoentwicklung?
  • Ab wann ist es zur Ver- bzw. Überschuldung gekommen?
  • Wie haben sich die „Ereigniskarten” auf die Kontoentwicklung ausgewirkt?
  • Wie hoch sind die Ratenverpflichtungen?

Anmerkungen:

Stange und Gnielczyk weisen darauf hin, dass bei dieser Übung bei einigen Schülern sehr schnell Frust auftreten kann, zumal wenn zu vorhandenen Schulden weitere Kreditverpflichtungen dazukommen. Allerdings betonen sie auch, dass nach Aussagen von erfahrenen Schuldnerberatern überschuldete Haushalte ähnlich reagieren, und es oft auch das Verhalten gibt, den „Kopf in den Sand” zu stecken, keine Post (Mahnungen etc.) zu öffnen und nach dem Motto „Jetzt erst recht” weitere Verbindlichkeiten einzugehen. Es entsteht die Schuldenspirale.

In der Nachbesprechung dieser Übung mit der Klasse sollte unbedingt über die Emotionen gesprochen werden, wie sich jeder gefühlt hat: „wütend, ohnmächtig, dem Spielablauf / Schicksal ausgeliefert zu sein…”