Unterrichtshilfe Finanzkompetenz

herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände,
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Arbeitshinweise II

Projekttage und Projektwochen

Es werden in dieser Unterrichtshilfe keine Vorgaben bzw. Ablaufvorschläge für Projekte gemacht, da dies dem Projektgedanken widerspricht und Sie als Lehrkräfte bevormunden würde. Die folgenden Hinweise sind deshalb nur als Anregung zum Weiterdenken und als Ermutigung zur kreativen Entwicklung eigener Ideen im Umgang mit der Thematik zu verstehen.

Um alle oder mehrere Module der Arbeitshilfe intensiv durchzuarbeiten können besonders Projekttage oder -wochen genutzt werden. Wenn man Projekttage zur Verfügung hat, ist es sinnvoll, ein thematisches Modul und das Modul Schuldenspirale zu bearbeiten. Das Modul 1 kann ebenfalls einbezogen werden (z. B. als Basisstation für Hintergrundwissen oder als Grundlage zum Erwerb von Finanzkompetenzen; dies hängt ab von den Vorkenntnissen der Klasse).

In einer Woche Zeit für alle Module

In einer Projektwoche können die meisten thematischen Module bearbeitet werden. Ob alle oder einige ausgewählte Module bearbeitet werden, hängt davon ab, wie ausführlich in die jeweilige Thematik eingestiegen werden soll, wie viele außerschulische Institutionen besucht werden us. In einer Projektwoche ist auch mehr Zeit für die selbstständige Erarbeitung von Wissen rund um die Finanzen durch die Schülerinnen und Schüler vorhanden, d.h. auf Lehrervorträge kann weitgehend verzichtet werden. Im Projekt können vermehrt Simulationsspiele zur Vermittlung von Kompetenzen zum Umgang mit Geld und Konsum eingesetzt werden. Für den Einsatz dieser spielerischen Elemente ist hier mehr Zeit vorhanden, so dass das Spiel nicht vorzeitig beendet werden muss. Ebenfalls sollte den Übungen, die der Selbstreflexion hinsichtlich der eigenen Einstellung zu Geld und Konsum, zur Frage von Lebensqualität usw. dienen, mehr Zeit eingeräumt werden.

Es geht nicht darum, innerhalb kürzester Zeit abprüfbares Wissen vermitteln und abtesten zu können. Vielmehr sollen Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit erhalten über sich selbst, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Lebensziele sowie über die vielfältigen Einflüsse auf ihr Handeln neue Erkenntnisse zu gewinnen und daraus Schlussfolgerungen für ihr künftiges Konsumhandeln zu ziehen. Nur so kann langfristig und dauerhaft Finanz- und Konsumkompetenz angebahnt werden.

Module als Lernstationen

Bei der konkreten Umsetzung im Projektunterricht können die Module z. B. als Lernstationen konzipiert werden, die dann von mehreren Schülergruppen gleichzeitig und nacheinander bearbeitet werden können. Dabei kann durch die Zusammenstellung von sog. Pflichtübungen (müssen alle absolvieren) und zusätzlichen Übungen/Aufgaben (können freiwillig bearbeitet werden) in den Modulen der Unterricht auch inhaltlich nach Neigungen, Leistungsvermögen, Vorkenntnissen etc. differenziert werden. Es sollte vorab festgelegt werden, wie viele der zusätzlichen Aufgaben von allen bearbeitet werden sollen.

Beispiel: In einem thematischen Modul sollen drei Aufgaben (z. B. der Wunschlebenslauf, eine Sichtung des Marktangebots beim Autokauf und ein Vergleich von Finanzierungsangeboten) von allen Schülerinnen und Schülern in Gruppen bearbeitet werden. Daneben gibt es aber noch ein Zusatzangebot von zwei oder drei weiteren Aufgaben/Fragestellungen. Aus diesem Zusatzangebot können sich die Schülerinnen und Schüler mindestens eine Aufgabe zur Bearbeitung aussuchen.

Lokale Expertinnen und Experten einbeziehen!

Bei der Bearbeitung der Module im Projekt bietet es sich an örtliche Experten und Expertinnen aus der Schuldnerberatung und Schuldenprävention einzubeziehen. In den Bundesländern gibt es inzwischen zahlreiche Initiativen und Projekte, die gern auch in der Schule mitwirken. Eine Auswahl von Adressen und Ansprechpartnern finden Sie unter der Rubrik „Regionale Präventionsprojekte und Anlaufstellen für Schulen” Erkundungen bei Banken, Versicherungen, Verbraucherzentralen, Schuldnerberatungsstellen etc. benötigen viel Zeit, sie sind deshalb besonders in Projektwochen einzubringen, da hier meist genügend Zeit zur Verfügung steht. Wichtig ist hier, bereits im Vorfeld bei der Planung genug Zeit einzuplanen und die Termine mit den außerschulischen Ansprechpartnern entsprechend abzustimmen.

Als mögliche Projektergebnisse bzw. Produkte können z. B. Wandzeitungen, Ausstellungen oder „Ratgeber” von den beteiligten Jugendlichen erstellt werden, die der Schulöffentlichkeit und darüber hinaus präsentiert werden können.

Literaturauswahl zum Projektunterricht

Die folgenden Titel sind nur eine kleine Auswahl zum Thema Projektunterricht und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen lediglich, denjenigen, die bisher noch keine oder nur wenig Erfahrungen mit dem Projektunterricht gemacht haben, eine erste Hilfestellung sein.

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